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Matthias Gerschwitz (Jahrgang 1959) wuchs als sechstes und jüngstes Kind in Solingen auf, wo er auch das Abitur ablegte. Nach dem erfolgreichen Studienabschluss als Kommunikationswirt (FHW Pforzheim und Akademie für Marketing-Kommunikation in Frankfurt am Main) und beruflichen Stationen in der Markenartikel- und Riechstoffindustrie gründete Gerschwitz 1992 in Berlin eine eigene Werbeagentur. Seit 2007 schreibt er auch Bücher zu unterschiedlichen Themen, zumeist unter dem Gedanken, »Geschichten über Geschichte« zu erzählen.

1994 wurde mehr oder weniger zufällig eine HIV-Infektion diagnostiziert, die zu diesem Zeitpunkt noch als Todesurteil galt. Doch seit 1996 lässt sich die Infektion mit Medikamenten gut behandeln. Gerschwitz begann mit der antiretroviralen Therapie (ART) im Februar 2001. Aufgrund von vielen Vorurteilen und fehlendem oder veraltetem Wissen verfasste er 2009 ein Buch über seinen Umgang mit der Immunschwäche, das er augenzwinkernd »Endlich mal was Positives« nannte. 2010 wurde er dafür mit dem Annemarie-Madison-Preis ausgezeichnet. Ein zweiter Band sowie eine englische Ausgabe folgten 2015. Der erste Band mit dem Untertitel »Offensiv & optimistisch – mein Umgang mit HIV« wurde 2018 aktualisiert.

Seit 2010 bietet Gerschwitz neben seinem Hauptberuf Lesungen und Vorträge an und ist pro Jahr bei etwa 70 bis 100 Schulklassen zu Gast. Seit vielen Jahren sind seine Werte so gut, dass HIV für ihn – wie für 95 Prozent der in Deutschland mit HIV lebenden Menschen – im privaten und beruflichen Alltag eigentlich keine Rolle mehr spielen sollte … wären da nicht noch Diskriminierungen und Ausgrenzungen aufgrund von Vorurteilen und veraltetem oder fehlendem Wissen – erstaunlicherweise gar nicht mal so selten im medizinischen und zahnmedizinischen Bereich … (siehe hier).